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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Do. 07.06.18 , gültig bis Do. 14.06.18

Pfinztals Kinderferienstadt ist eine tolle Sache

PfinziWATZ fand zum siebten Mal statt

 
Pfinztals Wilder Westen mit Big Watz Saloon, Sheriffs Office und PfinziWATZ Bank als Kulisse - ein Bild wie aus einer vergangenen Zeit. Die malerische Szene bot sich nur einen kurzen Ritt vom „Grünloch“ mit den beiden Pfinztaler Reitanlagen entfernt im Schulzentrum in Berghausen.

Wie abwechslungsreich, unterhaltsam, interessant, spannend und kurzweilig fünf Ferientage sein kön-nen, das hat die zum siebten Mal ausgerichtete Großaktion der Kinderferienstadt „PfinziWATZ“ gezeigt. Abschluss war mit einem Stadtfest unter der Überschrift „Im Wilden Westen“. „Ganz toll“ bewertete Bürgermeister-Stellvertreter Frank Hörter das Gebotene und fand Zustimmung bei den zahlreichen Besuchern. 

Die Tage im Rückblick:

196 Kinder in beigen T-Shirts machten in der Woche nach Pfingsten das Gebiet um die Halle des TSV Berghausen und das Schulzentrum unsicher. Annähernd 80 Helfer waren im Einsatz, um die Kinder der 1. bis zur 8. Klasse anzuleiten und zu verpflegen. Das Motto in diesem Jahr war überschrieben mit „Pfinzi-WATZ-die Westernstadt“. Entsprechend viele Cowboy-Hüte und Indianer-Schmuck war unter den Teamern zu sehen.

Gleich zu Beginn überraschte das PfinziWATZ-Team die kleinen Stadtbewohner: Anstatt wie üblich im „Einwohnermeldeamt“ wurden die Teilnehmer im Saloon empfangen. Eine 12 Meter breite und 4,30 Meter hohe Westernkulisse mit richtigen Schwingtüren wurde errichtet, um den echten Flair des wilden Westens zu entfachen. Der 17-jährige Pianomann und Bandleader Henry spielte auf einem eigens organisierten Westernklavier zum Auftakt und begrüßte so die Kinder.

Jeden Morgen wurden die Kinder von den jungen Moderatoren Sven und Laura begrüßt, die Band animierte die Stadtbewohner zum gemeinsamen Singen des Mottoliedes „Cowboy und Indianer“.
 Danach gingen die Kinder in insgesamt 20 Berufen ihrer Arbeit nach, um Pfinzo, das PfinziWATZ-Geld, zu verdienen. Es wurde genäht, gewerkelt, Artisten übten Kunststücke ein, und die Modellfluggruppe Pfinztal baute - nun schon im dritten Jahr hintereinander – mit den Kindern Segelflugzeuge. Auch die AG Tierschutz „Weidachsee“, der FC Viktoria Berghausen, der Musikverein „Freundschaft“ Berghausen, das Jugendhaus Pfinztal, die Evangelische Kirchengemeinde Berghausen-Wöschbach, die DLRG Ortsgruppe Durlach, die Feuerwehren der Abteilungen Berghausen und Söllingen sowie das DRK Söllingen waren wieder mit von der Partie und boten Workshops und Ausflüge an. Sie machten PfinziWATZ unter Federführung des TSV Berghausen zu einer vereins- und ortsübergreifenden Veranstaltung. „Wir wollen bei PfinziWATZ die Vielfalt unserer Gemeinde darstellen und den Kindern die tolle Vereinsarbeit im Pfinztal vorstellen, in der Hoffnung, dass der eine oder andere dort einsteigt“, erklärt Bernhard Stobitzer, einer der Initiatoren der Ferienstadt.

Nach zwei Tagen harter Arbeit in Berufen und Workshops konnten die Kinder am Donnerstag den ersparten, mit eigenen Pfinzo gekauften und wohl verdienten Ausflug antreten. Egal ob ein Ausflug zum Imker, zum Marotte Filmtheater, ans KIT, in den Zoo oder ins ZKM, alle Kinder kamen heil und mit einem Strahlen zurück. Einzig das Wetter wollte nur teilweise bei den 15 verschiedenen Ausflügen mitspielen. Alles andere hat hervorragend geklappt, auch das Großprojekt, bestehend aus eben der Westernkulisse, die mit über 200 Holzplatten von den Kindern verziert wurde. „Es ist schon ein Wahnsinn, mit welcher Akribie und Begeisterung sie ans Werk gingen und es macht total viel Spaß, hier mit dabei zu sein“, meinte Steffi Vortisch, zuständig für das Großprojekt. Auch die Inklusion von Behinderten und die Integration von geflüchteten Kindern sind für die Organisatoren dieses Großprojekts ganz selbstverständlich.

Nachdem PfinziWATZ über sechs Jahre immer weitergewachsen ist, hatte man sich 2018 organisatorisch neu aufgestellt: Unter Leitung von Natalie Landes wurden im kreativen Bereich 52 Teamer in fünf Berufsgruppen aufgeteilt: Kunst, Medien, Sport, Stadtleben sowie Selbstständige.

41 Jugendliche unter 21 Jahren konnten dieses Jahr davon überzeugt werden, ihre Ferien statt durch Ausschlafen mit einem gemeinsamen Team-Frühstück zu beginnen. Dadurch wurde der Zusammenhalt unter den Teamern deutlich gesteigert und über die Woche wurde mancher Abend gefeiert. „Gesittet“, wie Bernhard Stobitzer betont. Ihm ist genau dieser Aspekt bei PfinziWATZ besonders wichtig. „Schließlich geht ohne die Teamer bei PfinziWATZ nichts“, also müsse man auch etwas bieten – bei so viel persönlichem Einsatz von allen Engagierten.

Dass PfinziWATZ ein ganz besonderes Flair gerade auch bei den Eltern entfacht, zeigt sich an der Tatsache, dass sich über die Woche drei Eltern spontan zum Mitmachen im Team für kommendes Jahr gemeldet haben und teilweise auch gleich ein Leiter-T-Shirt überstreiften um mitzumachen. Claudia Diekmännken, zuständig für das Materialmanagement bei PfinziWATZ, freute es sehr, denn über 300 Einzel-positionen mussten erst einmal beschafft werden. 
Perlen, Federn, Leder, Holz, aber auch Milch, frische Brötchen und Nutella für die Teamer waren zu verwalten, bevor am Ende von PfinziWATZ alles wieder ordnungsgemäß eingelagert werden musste. „Wenn aus den Berufen am Freitag die Materialien zurückkommen, dann muss man schon aufpassen, dass das alles gesittet verläuft“, weiß Claudia Diekmännken. Einziger Wehrmutstropfen: Mehr als 50 Kinder konnten kurz nach Anmeldestart keinen Platz mehr bekommen. „Da alles auch dieses Jahr so gut geklappt hat, können wir möglicherweise noch ein paar Plätze mehr anbieten, vorausgesetzt, wir finden wieder genügend Teamer, die die künftigen Studenten ersetzen werden“, blickte Susanne Stobitzer voraus. Auch Beate Dehm und Dunja Renner, Küchen-Urgesteine des TSV Berghausen und verantwortlich für annähernd 280 Essen am Tag, könnten noch ein paar Essen mehr unter die Leute bringen. Damit PfinziWATZ auch 2019 auf dem Programm stehen kann, muss sich das Kernteam schon bald wieder zusammensetzen. Die Eckpfeiler und die Grobplanung sollten frühzeitig stehen, damit ab dem 10. Juni 2019 die Ferienstadt erneut errichtet werden kann. Über weitere ehrenamtliche Mitarbeiter freut sich die Mannschaft schon jetzt, und begeisterte Kinder werden es den Teamern sicher auch im nächsten Jahr danken.

Text: Emil Ehrler





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