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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Musik/Kunst/Kultur | Mitteilung vom Mi. 10.10.18 , gültig bis Mi. 17.10.18

Parodien auf den Zeitgeist - Rena Schwarz mit „Supertussies packen aus“ im Bürgerhaus Pfinztal

Die Saison für die Veranstaltungsreihe „Kultur im Bürgerhaus“ in Söllingen dauert fünf Monate und hat sich bewährt. Acht Veranstaltungen stehen diesmal auf dem Programm. Den Anfang machte Rena Schwarz mit ihrem Solo-Entertainment-Programm „Supertussies packen aus “. Es ist ein „Best-Of“ aus zehn Programmen und parodiert den Life-Style und Zeitgeist. Für die gebürtige Ostwestfälin, die im Spessart lebt, ist das Programm zugleich eine Rückkehr zu ihrer Geburtsregion. Warum? Das Wort „Tussi“, zumeist negativ belegt, ist eine Ableitung von Tusnelda. Diese gebildete und modische Frau war Gattin des Cheruskerfürsten Arminius, der im Teutoburger Wald in der Varusschlacht drei römische Legionen besiegte und Berühmtheit erlangte. Lange ist das her. Weniger bekannt ist, dass um Fürstin Tusnelda schönsein angesagt war. Mit den „Tusneldas“ der Gegenwart sowie deren Steigerung „Supertussies“ charakterisiert man Frauen, die ihr Ding in jeder Lebenslage durchziehen. Fünf dieser Stars waren in Söllingen zu Gast. Der Abend im vollbesetzten Bürgerhauses lieferte viel an Poesie und Wortspiel, getreu dem Motto „Das Leben ist ein Kabarett“. Auch eine Handvoll Männer gönnte sich diese Collage eines charmant und zugleich fiesen Typenkabaretts. Klar, dass jede Supertussie die Aufmerksamkeit auf ein ihr naheliegendes Thema richtete. Bei der Tupperberaterin war es beispielsweise ein ausgewählter Teil der Produktpalette, darunter Sahnebrüstchen und eine Tupper-Krawatte. Das Aufmotzen und Tunen der Karosserie „Körper“ beim Kampf gegen die Natur hat sich eine Kosmetikerin von der Schwäbischen Alb zur Aufgabe gemacht und scheut dabei nicht vor vereisten Hintern.  Es sind Ausdruck, Stil und Persönlichkeit, eben individuelle Merkmale, welche die Supertussies unverwechselbar machen. So auch die Gesundheitstussie aus der Nachbarschaft, die das komplette Mietshaus zu missionieren versucht, ohne den Biorhythmus zu stören. Oder eine Unterfränkin, Cousine von Mutti Angela, der Kanzlerin, die mittels Tanzeinlage von Geld und Macht als Supertussie träumt. Lockere Erzählungen von Andreas, Kerstin und Töchterchen Camelia, teils hintergründig und umwerfend treffend, sind die Füller zwischen den Auftritten. Deren Reigen beschließt eine wie aus dem Ei gepellte Marlene Dietrich – lange Beine, blonde Haare. Die deutsche Filmlegende gab gekonnt „Für mich soll´s rote Rosen regnen“ aus der Konserve. Ein kurzweiliger und amüsanter Abend nahm mit diesem Highlight sein Ende, begleitet von Standing Ovations des Publikums.



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