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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Do. 13.09.18 , gültig bis Mi. 19.09.18

Das Deutsche Rote Kreuz in Pfinztal ist nicht sorgenfrei

Mehr Unterstützung und Mitarbeit tut Not

 
Es liegt 155 Jahre zurück, als die Ideen von Henry Dunant, einem Schweizer Geschäftsmann, zur Geburtsstunde des heutigen „Internationalen Komitees vom Roten Kreuz“ verhalfen. Unter dieses Schutzzeichen, das rote Kreuz auf weißem Grund, stellte drei Jahre später Großherzogin Luise von Baden „ihren“ Badischen Frauenverein. Seither steht das Rote Kreuz für viel Idealismus, Selbstlosigkeit und Unermüdlichkeit bei der Pflege ihrer Mitmenschen. In Söllingen seit 126 Jahren, in Berghausen seit 108 Jahren und in Wöschbach seit 60 Jahren wird solche Nächstenliebe unter dem Motto „Immer für andere da sein“ ehrenamtlich praktiziert. Die kleinste Hilfseinheit ist die Sanitätsbereitschaft. In Berghausen, Söllingen-Kleinsteinbach und Wöschbach kann man aktuell auf etwa 40 ausgebildete Helfer/innen bauen. Eine Zahl, die keinesfalls dem entspricht, was sich Christian Windschnurer, Holger Kröner und Nicole Hörth, die Leiter der Sanitätsbereitschaften in Berghausen, Söllingen-Kleinsteinbach und Wöschbach wünschen und an weitaus bessere Zeiten erinnern.

Mit ein Grund ist der in Verbindung mit dem Aussetzen der Wehrpflicht gleichfalls weggefallene Ersatzdienst beim DRK im Rahmen des Katastrophenschutzes. Oft genug war dieser Ersatzdienst zugleich ein Türöffner für Interessierte, im Anschluss an diese Dienstverpflichtung bei der örtlichen Hilfsorganisation als ausgebildeter DRK-Helfer zu bleiben. Die so entstandenen Lücken versucht man zwar auf konventionelle Weise durch Nachwuchsarbeit, aktuell sind 30 Jungen und Mädchen beim Jugendrotkreuz (JRK) zugange, zu schließen. Es gelingt aber nicht, weil berufliche Ausbildung oder Studium bei vielen einen Ortswechsel notwendig machen und somit der Übergang zur Sanitätsbereitschaft nicht zustande kommt.

Breiter müsse man sich zudem dringend bei den örtlichen Notfallhilfen aufstellen, einem wichtigen Glied der Rettungskette. Durch die „Helfer vor Ort“ bekommen die Bürger unmittelbar und initial die Hilfe der DRKl‘er zu spüren, noch vor dem Eintreffen der hauptamtlichen Rettungskräfte. Auch hier gilt „rund um die Uhr - jeden Tag - das ganze Jahr“ bereit zu sein. Was jedoch verstärkt nicht gelingt, weil Personal fehlt.

Über die Grenzen der Gemeinde Pfinztal wirkt die 1994 gegründete Rettungseinheit „Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) Pfinztal“. Zu bislang fünf Einsätzen 2018 im DRK-Unterkreis Pfinztal /Weingarten gerufen, wurde das halbe Dutzend am 2. September beim Angriff eines Hornissenschwarms auf Wanderer, vollgemacht.

Ausgerüstet mit einem Einsatzgruppenfahrzeug sowie dem „Pflasterlaster“, wie der „Gerätewagen Sanität Bund MAN TGL 10.220“ bei den DRK´lern liebevoll genannt wird. Dieser Gerätewagen, seit 2013 beim DRK Söllingen stationiert, ist nicht nur in der regionalen Hilfe eingebunden. Primär ist der Gerätewagen Sanität Bestandteil der 43. MTF (Medical Task Force) des Bundes und kann so in ganz Deutschland zu Einsätzen gerufen werden.

Die Ist-Situation beim DRK in der Gemeinde Pfinztal ist angespannt. Was kann zur Besserung getan werden? Einmal wäre da der jährliche Spendenaufruf an die Einwohner, durch eine Spende dazu beizutragen, die fixen Kosten, beispielsweise für die Instandhaltung der Einsatzfahrzeuge, zu gewährleisten. Auch Werbemaßnahmen zur Gewinnung weiterer Fördermitglieder sind die Norm. Überhaupt wolle man keinesfalls als Bittsteller verstanden werden, sagen Nicole Hörth, Holger Kröner und Christian Windschnurer übereinstimmend.

Wichtig bleibt es, die Vielfalt der Rotkreuzarbeit zu kommunizieren, denn der Satz „man müsse Blut sehen können“; sei doch weit verbreitet und baut Hemmungen auf. Das DRK sucht nicht nur Sanitätskräfte, sondern auch Schrauber-Hände für die Fahrzeug-Pflege, kreative Köpfe für Veranstaltungen, Organisationstalente in der Verwaltung oder Kreative für das leibliche Wohl in der Küche. Überhaupt biete man für die Gesellschaft eine sinnstiftende und erfüllende Freizeitbeschäftigung, hieß es.

Ein nicht unwesentlicher Schritt nach vorne zu mehr Miteinander könnte auch der Vorschlag für einen runden Tisch sein. An ihm sitzen Vertreter des Ordnungsamts der Gemeinde Pfinztal, des Polizeipostens Pfinztal, der Feuerwehr Pfinztal und der Pfinztaler DRK-Bereitschaften, um sich präventiv für den gemeinsamen Großeinsatz abzustimmen.

Eines steht fest: Perspektivisch müssen die DRK-Bereitschaften in der Gemeinde Pfinztal in der Zukunft näher zusammenrücken, um leistungsstark zu bleiben. Mit neuem Rückenwind der politischen Gemeinde könne dies schneller gelingen, hofft die DRK Führungsebene.

Beim DRK in Söllingen stationiert ist der „Gerätewagen Sanität Bund MAN TGL 10.220“, liebevoll auch „Pflasterlaster“ genannt. Holger Kröner, Nicole Hörth und Christian Windschnurer (von links) freuen sich auf die Herausforderung „DRK Zukunft in Pfinztal“.

Text und Foto: Anja Wenz





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