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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Do. 09.06.11 , gültig bis Mi. 15.06.11

Vorsichtige Versuche für die Vision "Pfinztal 2030"

Gemeinderat beschäftigt sich mit Testentwürfen

Die Gemeinde Pfinztal arbeitet an Visionen. Dies kommt aus dem Arbeitstitel 'Pfinztal 2030' eines Studentenworkshops zum Ausdruck kam, dessen Ergebnis zugleich einen Blick nach vorne wagte. Zu Entscheidungshilfen für zukünftige räumliche Entwicklungen der Kommune hat der dreitägige Workshop 'Eins hoch vier' die Basis gelegt. Die Fakultät für Architektur des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) hat sich dafür offen gezeigt. Beim Fachgebiet Stadtquartiersplanung am Institut 'Entwerfen von Stadt und Landschaft' hat man sich der Aufgabe angenommen. Die 35 Studenten, dazu Prof. Markus Neppl als verantwortlicher Projektleiter und unterstützt von den wissenschaftlichen Mitarbeitern Martin Berchtold, Philipp Krass und Fabian Müller, haben zunächst in Gruppen in den vier Ortsteilen Bestandsaufnahme gemacht. Ortsteilpaten begleiteten die Studenten. Im Selmnitzsaal in Berghausen, den man zum Großraumbüro umfunktionierte, entstanden Profile für die Teilorte, wie sie sich momentan darstellen und in gut 20 Jahren aussehen könnten. Mit 'Zukunftslabor Pfinztal' hatte man den Kompaktworkshop überschrieben, dessen Ergebnisse im Rahmen einer öffentlichen Präsentation vorgestellt und diskutiert wurden. Der seit 15 Jahren bei der Gemeinde Pfinztal vorhandenen Kommunalentwicklungsplanung haben die Arbeiten der Studenten nun visionäre Module hinzugefügt. Was uns gezeigt wurde, hat beeindruckt, fasste Bürgermeister Heinz E. Roser das Gesehene zusammen. Die Grundidee als solche war richtig, sich von externen Fachleuten Entwicklungsperspektiven und Handlungsspielräume für die Gemeinde erarbeiten zu lassen. Zufrieden zeigte sich auch Gemeindebaumeister Günter Knobloch, der den in kurzer Zeit gefertigten exemplarischen Testentwürfen für die zukünftige Entwicklung der vier Ortsteile Pfinztals Respekt zollte. Ob Berghausen, Kleinsteinbach, Söllingen oder Wöschbach, alle haben Entwicklungspotential, aber auch Problemstellungen, bilanzierten die angehenden Architekten. Professor Neppl bewertete 'Pfinztal 2030' aus Sicht der Studenten als realistische Gestaltungsarbeit, im Gegensatz zu den meist fiktiven Planungen im Semesteralltag. Der Vorschlag, für Söllingen ein neues Ortsbild zu schaffen und dabei die den Ort durchschneidende Bundesstraße 10 zu verlagern, erhielt den Arbeitstitel 'Weniger Verkehr, mehr Leben'. Damit soll die Mentalität 'sich vom Straßenverkehr einschüchtern zu lassen' der Vergangenheit angehören. Zum Gesamtpaket hinzu kommt eine Neugestaltung des öffentlichen Raums, samt 'Neuer Leerdamplatz' wie eine Collage zeigte. Viel Gewicht erhielt ein Grünstreifen an der Pfinz von Berghausen bis Kleinsteinbach, der im Gegensatz zur Gegenwart an Bedeutung und Vielseitigkeit zunehmen müsse, um das Flüsschen sprichwörtlich zu erleben. Für Kleinsteinbach käme eine Aufwertung einer optisch zweckdienlichen Synthese gleich. Ein neu zu schaffender Ortskern nördlich der Bahnlinie im Bereich der Industriestraße, ohne Bahnübergang mit direktem Anschluss an das Kerndorf und sogar mit einem Schwimmbad, das wäre es. Es sind teilweise gewagte Sichtweisen, wie Mienen und Reaktionen deuten ließen. Etwa für Wöschbach, wo im Zuge der futuristischen Ausbildung des Ortszentrums eine Werkstatt für Jung und Alt mit Kindergarten und Seniorenzentrum, eben eine neu vernetzte Dorfgemeinschaft anvisiert wurde. 'Wir haben vorsichtige Versuche gemacht', resümierte Markus Neppl die Ergebnisse des Kompaktworkshops. Bürgermeister Heinz E. Roser sprach von der Innenentwicklung als offenem Prozess. Bei der nächsten Gemeinderatssitzung will man sich über die Ergebnisse des Projekts 'Pfinztal 2030' austauschen.

Text und Foto: Emil Ehrler





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