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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Musik/Kunst/Kultur | Mitteilung vom Do. 27.10.11 , gültig bis Mi. 02.11.11

"Die deutsche Sprache ist nicht leicht, aber ganz schön"

Frank Fischer im Bürgerhaus mit 'Deutsch als Fremdsprache'

Der Besuch einer Schnupperstunde bei der Volkshochschule dient Frank Fischer als Aufhänger für amüsante Exkursionen in den sprachlichen Alltag der deutschen Sprache bzw. in das, was die Menschen daraus machen. Mit Otto Gonzales begleitet er dessen Vater, einem seit 30 Jahren in Deutschland lebenden Spanier zu einem Deutschkurs für Ausländer. Der soll beispielsweise lernen, dass „die gelbe Enke von Adatsch“, die sein Auto wieder flott machen, anders ausgesprochen zu den gelben Engeln des ADAC werden. Den eingedeutschten Spaniern machen aber auch einheimische Dialekte zu schaffen oder „Nuschel“-Rocker Udo Lindenberg, den er gekonnt musikalisch parodiert. Mal pointenreich, mal ironisch, mal bissig und auch mal böse macht er sich Gedanken über Alltagsbegebenheiten. Nach kurzer Zeit bereits hat er sein Publikum für sich gewonnen. Der Mainzer ist nicht irgendwer, sondern in Kennerkreisen der Geheimtipp der deutschen Kleinkunstszene. Der hat rund um diese besondere Unterrichts-Doppelstunde ein Soloprogramm, sein drittes mittlerweile, geschrieben. Damit tourt der gelernte Jurist, der sein Hobby Comedy und Kabarett vor sieben Jahren zum Beruf machte, durch die Republik. In Pfinztal im Bürgerhaus war er erstmals zu Gast und präsentierte sein aktuelles Programm 'Deutsch als Fremdsprache'. Der rote Faden des Abends ist der Kurs der Volkshochschule, an diesen hängt er eine Geschichte nach der anderen wie bunte Perlen an einer Schnur. Fischers Einfälle und Gedankengänge zu verschiedenen Themen sind verblüffend. Er denkt manchen Wortmüll des Alltags einfach zu Ende, wenn er beispielsweise unsinnige Floskeln entlarvt. Der Hinweis der Stewardess auf die Schwimmwesten auf dem Inlandsflug von Frankfurt nach Dresden entlockt ihm die Frage, ob die deutschen Flüsse wirklich so breit sind. Auch das Schild „Diebstahl lohnt sich nicht“ im Second-Hand-Shop steht für manche sprachlichen Ungereimtheiten. Kaum hat man sich im Publikum mit der geschilderten oder dargestellten Situation vertraut gemacht, landet der Kabarettist den nächsten schrägen Gedanken und die Erkenntnis der grotesken Situation löst sich in befreiendem Lachen auf. Die Besucher dürfen auf fast zwei Stunden immer wieder herzhaft lachen. Am Ende des Programms teilt Fischer den Zuschauern mit, dass er zwei Zugaben geben wird. Er werde aber nicht jedes Mal von der Bühne verschwinden, sondern dableiben. Nach der zweiten Zugabe hilft deshalb auch verstärktes Klatschen nicht weiter, er verschwindet von der Bühne und kommt nicht zurück.

Text und Foto: Emil Ehrler





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