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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Do. 19.01.12 , gültig bis Mi. 25.01.12

Neujahrsempfang in Pfinztal sendet positive Signale

Kurzweilige Veranstaltung mit vielen Informationen, Unterhaltung und Zeit zum Gespräch - Vier Redner, dazu Kunst - verpackt in 77 Minuten

Das neue Jahr begann mit einem Neujahrsempfang, initiiert vom Gewerbeverein Pfinztal in Kooperation mit der Gemeinde.

Viele Informationen zur Gemeindepolitik und zahlreichen Möglichkeiten zu Gesprächen, Kontakten, Begegnungen und entsprechenden Kunstgenuss, das bot der Neujahrsempfang am vergangenen Freitag.

Eine Gemeinsamkeit hatten der 21. Neujahrsempfang 2012 am vergangenen Freitag und der aus dem Jahr 1996: Damals hatte der zum Gemeindeoberhaupt neu gewählte Heinz E. Roser seinen ersten Auftritt und Gerhard Mußgnug gab seinen Abschied. Dieselbe Situation wiederholte sich jetzt: Nicola Bodner, designierte Bürgermeisterin von Pfinztal und ab 1. Februar 2012 im Amt, gab ihren Einstand, während Heinz E. Roser den letzten Neujahrsempfang in Amt und Würden mit gestaltete.

Das Jahr 2011 geht in die Geschichtsbücher ein, nicht zuletzt weil viel und Bedeutendes rund um den Globus passiert ist, resümierte Steffen Hauswirth bei seiner Begrüßung im gut gefüllten katholischen Gemeindezentrum Söllingen. Positives Denken und Handeln sei auch im neuen Jahr trotz der anhaltenden Finanzkrise angesagt. Als gutes Beispiel hierfür nannte er die Aktion 'Einkaufen im Ort' des Gewerbevereins Pfinztal, die als Erfolg verbucht werden konnte.

Den Blick nach vorne richtete Nicola Bodner mit Gedanken und Überlegungen zu ihrer künftigen Arbeit im Pfinztaler Rathaus. Dabei wolle sie die Bürgerinnen und Bürger mitnehmen, plane Zukunfts- und Innovationswerkstätten und habe bereits jetzt den Eindruck gewonnen, dass bei diesen hierfür Bereitschaft bestehe und sie um Mitarbeit nicht betteln müsse. Die Fülle an Aufgaben sei groß, deren Erledigung sollte möglichst anhand einvernehmlicher Lösungen erfolgen. Alle 22 Mandatsträger des Gemeinderats stehen danach in der Verantwortung und sollen in einem Klima des gegenseitigen Miteinanders gute und erfolgreiche Weg für Pfinztal finden. „Ich werde ein zuverlässiger Partner sein, der engen Kontakt zu allen Pfinztalern und auch zu den Gewerbetreibenden sucht“, versprach die künftige Bürgermeisterin.

Auf wenige wichtige Anmerkungen beschränkte sich Bürgermeister Heinz E. Roser und spannte in einer eindrucksvollen Rede dabei einen Bogen über seine zu Ende gehende 16-jährige Amtszeit. Das Gewerbesteuervolumen habe sich in diesen 16 Jahren 1996 von 1,3 Millionen Euro auf 3,9 Millionen Euro gesteigert. Markante Zahlen waren die rd. 6.000 versicherungspflichtig beschäftigten Pfinztaler Frauen und Männern und momentan nur noch 201 Arbeitslose, nachdem die durchschnittliche Zahl zwischen 300 und 400 liegt. Natürlich war auch die Verschuldung Pfinztals mit derzeit rd. 22,5 Millionen Euro der Erwähnung wert. Denn für den Bürgermeister sind die 9 Millionen Euro im ordentlichen Haushalt ohne den Abwasser- und Wasserbereich eine verantwortbare Größe und angesichts eines Gemeindevermögens zwischen 80 und 100 Millionen Euro durchaus vertretbar. 'Wir haben verantwortlich gehandelt und für die Gemeinde eine qualifizierte Infrastruktur geschaffen, die keine schwer belastende Hypothek darstellt. Daher sollte die Schuldenhöhe nicht dramatisiert werden', empfahl der Bürgermeister.

'Die Finanzkrise und ihre Facetten - das fünfte Jahr' hatte Joachim Nagel seine informativen Hinweise, unterstützt durch eine Power-Point-Präsentation, zu einem teils schwierigen Thema, überschrieben. Dabei versuchte der Notenbanker während 20 Minuten, den Besuchern sein anfangs angedeutetes 'Sie gehen womöglich ein Stück weit depressiver nach Hause' zu minimalisieren. Fakt sei, dass die Finanzmärkte mitunter surreale Veranstaltungen mit vielfältigsten Auswirkungen darstellen. Deren Verunsicherung wertete Nagel als das eigentliche Übel und kein gutes Zeichen für die Zukunft. Auch zeige die derzeitige Risikolage der Währungsunion mit nicht funktionierenden Marktsegmenten, wo Europa mittlerweile angelangt ist. Für Joachim Nagel ist es eine Krise der Finanzpolitik und nicht der Geldpolitik der Notenbanken. Er empfahl für das Jahr 2012, dass Europa wieder lernen müsse, mit einer Stimme zu sprechen. Es gehe darum, die Welt davon zu überzeugen, dass Europa eine gute Veranstaltung ist. Dies hielt er allerdings für keine einfache Übung. Die Politiker müssten Anreize setzen und an Europa glauben. Zuletzt empfahl das Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bundesbank 'Die anderen Länder müssen sich mehr anstrengen, um mit der Bundesrepublik Schritt zu halten' – dann sei auch das Ende der Krise absehbar.

Dass die Gäste später von einer kurzweiligen, informativen und auch unterhaltsamen Veranstaltung sprachen, lag auch am Künstlerehepaar Christina Bravo (Sopran) und Thomas Nutzenberger (Klavier) aus Söllingen mit gekonnten Beiträgen. Mit Arien aus Oper, Operette und Musical gaben sie dem Neujahrsempfang eine klassische Note.

Text: Gemeinde/Emil Ehrler
Foto: Emil Ehrler





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