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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Musik/Kunst/Kultur | Mitteilung vom Do. 24.01.13 , gültig bis Mi. 30.01.13

Turbulenter Dreiakter mit viel Lachpotenzial

Theaterabend des ATSV Kleinsteinbach mit Singener Mimen

Der Autor Erich Koch ist bekannt für seine große Anzahl von Volkstheaterstücken, ausnahmslos mit dem Markenzeichen von Spaß, Unterhaltung und Lachattacken für das Publikum. Die Theaterspielgruppe des TV Singen, sportlich und freundschaftlich mit dem ATSV Kleinsteinbach verbunden, hatte bei ihrem dritten Auftritt in der Kleinsteinbacher Hagwaldhalle ein Neuwerk des aus Huttenheim stammenden und nun in Pfullendorf lebenden Autors ausgewählt. „Hilfe, die Griechen kommen!“ lautete der vielsagende Titel, und der Textausschuss traf mit seiner Wahl nach den spontanen Reaktionen und Meinungsäußerungen am Ende des Stücks  wieder den Geschmack des erneut zahlreichen Publikums.

Dass die Theatergruppe ihr Profil gefunden hat, bewies sie bestens bei diesem Dreiakterschwank, größtenteils in Mundart gesprochen. Die Komödie erforderte zehn Schauspielerinnen und Schauspieler, die ihre Rollen in unterschiedlichen Charakteren mit Leben füllten und denen der Spaß an ihrer Aufgabe deutlich anzumerken war. Dass fast alle Parts reichlich Lachpotenzial enthielten, sorgte schon in den seit September währenden Proben für Kurzweil und viel Motivation bei der Spielercrew, die sich auch wieder auf ihre Kulissenbauer Marc Schaier und Werner Krepper, ihre bewährte Souffleuse Anita Köhler und Tontechniker Steven Bäßler verlassen konnten.

Ein besonderes Merkmal des Stücks war eine fast gleichmäßige Verteilung der Sprechanteile auf die Schauspieler. Das dem typischen Schwank innewohnende Gemisch von Verwechslung, Missverständnissen, Wortwitz, Pointen und Situationskomik war hier noch gemischt mit allerhand Verkleidung und Wechsel der Rollen.

Der Titel ließ Anknüpfungspunkte an die augenblicklichen politischen Diskussionen vermuten. Tatsächlich waren auch einige textliche Farbtupfer in diese Richtung eingebaut, der Bezug lag aber mehr in Anleihen aus der griechischen Mythologie. Als die Bäuerin Monika (Herta Steudle) zu einer Operation ins Krankenhaus muss, entwickelt sich zwischen Monikas Schwester (Iska Doberstein) und der vernachlässigten Nachbarin (Birgit Herb) ein interessanter Kampf um die Gunst von Monikas Mann Hans (Uwe Kaucher). Die Oma des Hauses (Damaris Haag) betrachtet das Geschehen meist schlafend in ihrem Sessel, gelangt durch Geschick zu Belohnungen und rüstet im entscheidenden Augenblick plötzlich gewaltig auf, um wieder attraktiv zu werden. Hinzu kommen Urlaubsgäste im Haus, darunter Ödipus (Dirk Schneider), der vorher Kanzlerberater war und mit seinem Namen und Auftreten seine Vorliebe für die griechische Mythologie demonstriert. Krimhilde (Birgit Schäfer), ein weiterer Urlaubsgast, ist willens, mit Ödipus auf den Olymp zu fliegen. Die Lage wird dann noch verworrener, als der Vertreter Hektor (Erich Huser), der den Damen alles Mögliche, was man eigentlich nicht braucht, für teures Geld andreht, und Tierarzt Agamemmnon (Thomas Walther), der der Tochter des Hauses (Melanie Di Piazza) schöne Augen macht, auftauchen.

Monikas Rückkehr aus dem Krankenhaus erhöht schließlich noch das Chaos. Sie gibt sich als Franzose aus, um ihren Ehemann Hans in die Enge zu treiben. Dazu führen Spritzkuren des Tierarztes zu erstaunlichen Bewusstseinsänderungen bei den Beteiligten. Letztendlich löst sich aber die verworrene Situation und führt zum erlösenden Happyend.

Eine Neuauflage des Auftritts der auch mit Kleinsteinbacher Akteuren besetzten Singener Truppe ist auch für das nächste Jahr vorgesehen, wie im Schlusswort versprochen wurde.

Text und Foto: Karl-Heinz Wenz





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